PAT MATERNE // PERSONAL TRAINING BERLIN

TESTBERICHT – Fitbit surge

#UNBOXINGVIDEOFitbit Surge

Nicht nur, dass ich am Auspacken gescheitert bin und die Fitbit Surge nicht sofort aus Ihrer Verpackung bekommen hab‘. Ich wusste auch nicht, dass der ambitionierte Profi-Blogger seine Auspackerei filmt. Das wäre bei meiner gierigen Hektik kein schönes Video geworden, aber mit dem schwarz-weißen Moon-Filter, hätte es vielleicht noch als Insta-Arthouse Short durchgehen können.

Wider Erwarten gab es keine „richtige“ Bedienungsanleitung, nur eine“First Things First“ Short Version. Gut, nicht dass ich sie gelesen hätte. Aber ist die Fitbit Surge etwa so selbsterklärend, dass selbst ich sie verstehe? Ich meine, ich habe wirklich minutenlang in allen möglichen Kombinationen die drei Knöpfe gedrückt bis ich verstanden habe, dass es sich um ein Touchdisplay handelt.

Nach einer kurzen Lade- und Installationszeit (vollautomatisch), kann ich die Fitbit Surge auch schnell nutzen. Und ja, sie ist selbsterklärend. Die entsprechende App für mein Android gibts natürlich kostenfrei im App Store.

TECHNIK GEDÖNS

Die Uhr bietet: GPS, 3-Achsen-Beschleunigungsmesser, -Achsen-Gyroskop, Digitaler Kompass, Optischer Herzfrequenzmesser, Höhenmesser,Umgebungslichtsensor, Vibrationsmotor, Monochromer LCD-Touchscreen,Hintergrundbeleuchtung für schlechte Lichtverhältnisse. „Fitbit liefert das Surge mit einem Bluetooth-Dongle aus, sodass Sie das Wearable auch mit dem PC oder Mac synchronisieren können.“ (Quelle: www.chip.de). Keine Ahnung, was das meiste davon ist, aber ich dacht‘, ich droppe es Euch besser mal.

Man kann zwischen vordefinierten Aktivitäten wie Wandern, Radfahren, Spinning, Gewichteheben oder dem Ellipsentrainer wählen, kann aber auch ein freies Training starten. Mir fehlt allerdings in anbetracht der gängigen Cardiogeräte eines Fitness Studios noch das Ruderergometer. Das GPS schaltet sich in jedem Falle automatisch zu.

Durch die personenbezogenen Angaben, bekommt man eine kontinuierliche und automatische Messung der eigenen Herzfrequenz. Drei vereinfachte Herzfrequenzzonen (Fettverbrennung, Cardio und Höchstleistung) sollen einem bei der Trainingssteuerung helfen. Alle Aktivitäten eines Tages werden in Form von Schritten, zurückgelegter Strecke, verbrannter Kalorien, bewältigter Etagen, aktiver Minuten und auch noch einmal detailliert aufgedröselt für das eigene Training. Als Tagesziele lassen sich Anzahl der Schritte, verbrannte Kalorien oder bewältigte Etagen festlegen. Abzeichen und Wettkämpfe sollen motivieren, Ranglisten lassen den Vergleich mit Freunden zu. Allem in allem ganz nette, aber eben auch gängige Fitness Tracker Features.

Fitbit SurgeFITNESS TRACKER  vs. PULSUHR

Dafür, dass sich die Fitbit Surge an ambitionierte Sportler richten soll, ist mir persönlich, die ich sonst mit der Polar RS300X arbeite, das alles ein bisschen zu wenig und ungenau. Zumindest wenn wir davon ausgehen, dass ambitionierte Sportler sich dadurch auszeichnen, dass sie eben nicht den Anreiz, die spielerische Motivation für Bewegung, sondern mehr Trainingsfunktionen brauchen.

Mich interessieren diese „wer macht die meisten Schritte am Tag“-Wettkämpfe überhaupt nicht. Klar, für Stubenhocker kann das ein guter Anreiz für mehr Bewegung sein, aber da tut es dann noch eher ein 10km Ei von #pokemongo. Ich als ehem. Hochleistungssportlerin möchte lieber alle meine vergangenen Trainingseinheiten auf der Uhr ansehen können. Selbst individuelle Trainingsbereiche bspw. für mein Lauftraining (Regeneration, Grunlagenausdaer 1+2, Intensiv-& Spitzenbereich) in Form von personalisierter Herzfrequenzzonen festlegen können.

Die Stopuhrfunktion ist Standard, aber gerade in Zeiten des sich etablierenden Zirkeltrainings aka Bootcamp wäre für mich ein Excercise Timer viel, wirklich viel praktischer. Nicht nur für mein eigenes Training, sondern auch für das meiner Kunden, oder das zweimal wöchentlich stattfinden Bootcamp aka Zirkeltraining – um individuell Rundenanzahl einer Übung, die Dauer, sowie die Pausenzeiten entsprechend einstellen zu können.

CHEATERS GONNA CHEAT

Großer Nachteil dieser Tracking Uhren ist natürlich, dass sie schon einzelne Armbewegungen als Schritte deuten, so lag ich schon eines Morgens im Bett und hatte liegend 44 Schritte absolviert. Gut, die Tagesbilanz wird dadurch nur gering verfälscht, aber für übereifrige Wettkampf-Cheater ist das natürlich ein willkommenes Geschenk. Und ganz ehrlich, ich hab’s getestet: Mit ein paar Armshakes kann man in einer Stunde rund 5000 Extra-Schritte machen.

SMS VON GOTTFitbit Surge

Wie auf einer Smartwatch kann man sich seine Kurznachrichten auch auf der Uhr anzeigen lassen – is‘ natürlich ganz praktisch, wenn man nicht dauernd sein Handy zur Hand hat. Allerdings kenne ich nicht mehr viele, die in Zeiten von WhatsApp noch Kurznachrichten schreiben. Es fehlt also eindeutig die WhatsApp-Anzeige, im Vergleich zu anderen Fitness Trackern fehlt außerdem ’ne Mail Übersicht. Wobei ich froh bin, wenn ich auch mal nicht erreichbar bin #OutbackPat.

Wie bei allem geht der Spaß am Spiel schnell vorbei und die Uhr liegt seit 2 Wochen ungenutzt und ungeladen auf meiner Kommode. Durch die für mich fehlenden Trainingsfunktionen, wird sie wohl auch leider keinen Einsatz mehr finden.

Für Sportanfänger und Hobbysportler ist die Uhr mit Sicherheit ein gelungener Tracker, einfach zu bedienen und übersichtlich in der Trainingskontrolle. Den Preis von ca. 180,- finde ich im Vergleich zu meiner Polar Uhr von ca. 110,- gerade in Anbetracht der Funktionen etwas hoch. Ich bleibe somit für meine individuelle und detailierte Trainingsplanung beim Altbewährten.

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