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GLUTENUNVERTRÄGLICHKEIT PT. I

img_20161021_222634#GLUTENTRIFIZIERUNG

Mein Bauch ist seit Wochen schmerzvoll aufgebläht, fest und hart wie ein Sonntagmorgen nach einem Samstagabend (okay, der Vergleich hinkt. Notiz an mich: besseren Vergleich finden.) Hinzu kommt, dass meine Gesichtshaut aussieht wie die einer pubertierenden 14-Jährigen – nicht schön. Von meiner Laktoseintolereanz weiß ich, schweren Herzens verzichte ich auf tägliche Milchkaffees to go, einfach nur weil es nicht überall Soja- oder laktosefreie Milch gibt. Bleibt also nur der aktuelle Generationsklassiker: die Glutenunverträglichkeit.

Warum leiden so viele darunter? Woher kommt das? Die Landwirtschaft hat den Weizen in den letzten fünf Dekaden ständig gekreuzt, um unter anderem die Ernteflächen zu verbessern. Nicht bedacht hat man, wie die Veränderung der biochemischen Strukturen des Weizens den menschlichen Körper beeinflussen kann. Denn der heutige Weizen ist zum Weizen von vor 50 Jahren komplett unterschiedlich, er enthält verschiedene Anti-Nährstoffe und Gluten mit biochemischen Unterschieden. Dies bedeutet, dass der moderne Weizen neue „fremde“ Glutenproteine enthält, die das menschliche Verdauungssystem noch nicht adaptiert hat. Das ist einer der Gründe, warum Zöliakie, eine Autoimmunerkrankung mit völliger Glutenintoleranz, in den letzten 50 Jahren massiv zugenommen hat.

WAS IST EIGENTLICH GLUTEN?

Gluten ist ein Eiweißbestandteil des Getreides und kommt in Weizen und in verwandten Getreidesorten vor. Das sind zum Beispiel Dinkel, Grünkern, Triticale, Emmer und Einkorn. Auch Gerste, Roggen und Couscous enthalten Gluten. Das wiederum heißt, dass Gluten in allen Lebensmitteln vorkommt, die diese Getreidearten beinhalten. Dazu gehören unter anderem alle Getriedemehlsorten, Paniermehl, Stärke, Nudeln, Müsli und alle Backwaren von Brot über Kekse bis hin zu Salzstangen. Selbst im Bier ist Gluten enthalten. Durch den Herstellungsweg und durch Bindemittel gelangt Gluten aber noch in viele weitere Lebensmittel.

DER SELBSTTEST #01102016img_20161016_1736541

Mit 14 hatte man bei mir einmal eine Weizenunverträglichkeit diagnostiziert, diese wurde aber behandelt und machte mir bis dato auch keinerlei Probleme mehr. Um nun herauszufinden ob mein Körper auf Weizen oder Gluten reagiert, verzichte ich vier Wochen lang komplett auf alle Weizenprodukte und werde danach nur langsam wieder mit glutenfreien Teig- und Backwaren anfangen. Wenn ich an meine Vollkornnudel-Parmesan-Orgien denke wird mir das bestimmt schwer fallen. Pustekuchen, den ersten Tag hab‘ ich ohne große Komplikationen überstanden und gehe in Belohnungs-Mood zum Supermarkt um die Ecke und freue mich auf mein Lieblings Ben & Jerrys Eis: Chocolate Fudge Brownie #EpicFail. Überhaupt nicht sensibilisiert für das Thema Gluten und Weizen habe ich einfach nicht daran gedacht, mit welchen Zutaten ein Brownie unter anderem gebacken wird. Mit enttäuschter Freude greife ich also zum schlichten Schokoladeneis, gefrustet wird dann auch gleich der ganze 500 ml Becher geleert.

Schon nach der ersten Nacht merke ich, dass kein neuer Pickel hinzugekommen ist. In den letzten Tagen hatte ich das Gefühl, dass quasi stündlich ein neuer dazukam. Mein Bauch ist auch gleich weniger hart immer noch aufgebläht, aber nicht so druck-empfindlich.

Bereits am vierten Tag meines Weizenverzichtes ist eine erste deutliche Besserung meiner Haut sichtbar. Es ist nämlich nicht nur kein neuer Pickel mehr hinzugekommen – nein, die vorhandenen heilen auch bereits ab. Auch mein Bauch ist mittlerweile wieder fast auf Originalgröße zurückgeschrumpft. Noch fehlt mir der Weizen nicht, ich bin einfach nur glücklich mit der sich bessernden Haut und dem weniger aufgeblähten Bauch. Natürlich ist der Verzicht eine große Umstellung, beispielsweise beim Frühstück. Meiner Brotleidenschaft kann ich erst einmal nicht nachgehen. Kein Frühstückstoast, keine Brötchen und leider auch keine Pancakes zur zeit. Daher gibt es meist Eier, in allen Variationen: gekocht, gerührt, oder gebraten, mit Fisch, mit Salat. Hauptsache nährstoffreich satt werden, das denke ich mir.

KARTOFFELMEHL-PANCAKES

img_20161021_220414Nach den ersten zwei Wochen wird mir langsam langweilig. Ich habe keine Lust mehr auf Eier zum Frühstück, auch die Reis-Gemüse-Mahlzeiten sind wenig abwechslungsreich. Kein Brot, keine Nudeln, keine Pizza – nichts! Nicht, dass ich wirklich Lust darauf habe, aber jetzt, wo ich es nicht essen kann, da … – Ihr kennt das. Klar, ich würd‘ mir gerne einfach mal wieder ’ne Scheibe Brot schmieren oder zwischen meinen PTs ein belegtes Brötchen beim Bäcker kaufen, aber mehr aus Faulheit und Zeitnot. Es fällt mir nämlich überhaupt nicht schwer zu widerstehen. Nicht einmal, wenn mein Freund Weizenprodukte isst. Das einzige was wirklich anstrengend ist, ist, dass ich meine komplette Ernährung umstellen muss. Mir ist vorher gar nicht aufgefallen, wie viel Weizen ich wirklich gegessen habe – nahezu jede Mahlzeit bestand zu Teilen daraus. Es ging auch so schnell, eine Scheibe Brot schmiert sich im Nullkommanichts und auch Nudeln brauchen nicht lang. Jetzt heißt es Alternativen finden. Wie zum Beispiel Kartoffelmehl-Pancakes. Okay, die Stärke lässt sie ein wenig oll aussehen und auch die Konsistenz erinnert eher an einen alten Küchenlappen, aber ich liebe sie. Sie erinnern an den Geschmack von  „richtigen“ Pancakes #yummy. Ich bekomme Lust zu experimentieren und meinem drögen Ernährungsalltag aus Eiern, Reis, Kartoffeln und Fisch ordentlich Abwechslung zu verpassen #10MoreDaysToGo.

#StayTuned

DER SELBSTTEST – Glutenunverträglichkeit Pt. II

 

 

 

This article has 5 comments

  1. Hartmut

    Hallo, da ich auch interessiert bin, möchte ich wissen, wo kann ich Quellen über „Antinährstoffe“ im Weizen und „fremde Glutenptoteine“ finden. Ich möchte da mein Wissen nähren. Bisher habe ich von beiden nichts gehört. LG Hartmut

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